Chelat-Therapie

Die Chelat-Therapie ist eine wissenschaftlich begründete Therapie zur Ausleitung von Schwermetallvergiftungen und -belastungen und gehört zur Gruppe der ausleitenden Therapieverfahren.

Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, Palladium, Kupfer, Kadmium, Aluminium, Arsen u.a.. verdrängen im Organismus v.a. Calcium, Zink aber auch andere Metalle aus lebenswichtigen Molekülen. Für viele dieser Schwermetallen wurde in großangelegten Studien (z.B. die amerikanische NHANES II ) die Korrelation zwischen erhöhten Schwermetall-Blutspiegeln mit erhöhter Sterblichkeit, sowie vermehrtem Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck und Krebs nachgewiesen. Bei folgenden Erkrankungen werden Zusammenhänge mit Schwermetallbelastungen diskutiert: Allergien, einschl. Heuschnupfen und Asthma bronchiale, neurodegenerativen Erkrankungen (M. Alzheimer, M. Parkinson), Autoimmunerkrankungen (rheumatische Erkrankungen, Multiple Sklerose) und dem Fibromyalgie-Syndrom.

Zunächst ist die Diagnose einer Schermetallbelastung zu sichern: Dazu wird die Konzentration von Schwermetallen im Urin vor und nach Provokation mit sogenannten Chelatkomplexbildnern (griechisch: chele = Schere) bestimmt. Chemisch sind das künstliche Aminosäuren, deren Haupteigenschaft die Bindung (in die Schere nehmen) von Schwermetallen im Körper ist, um sie wasserlöslich zu machen. Die so gebundenen Schwermetalle können dann – löslich geworden – über den Urin ausgeschieden werden. Die verwendeten Aminosäuren sind EDTA („Ethylen-Diamin-Tetra-Acetat“), DMSA (Dimethylbersteinsäure), DMPS (Dimercapto-1-propansulfonsäure) und DTPA (Diethylentriaminpentaessigsäure) und sind vom Bundesgesundheitsamt zur Infusionstherapie zugelassen.

Sind erhöhte Ausscheidungswerte von Schwermetallen bestimmt nach Provokation festgestellt worden, werden als nächstes geeignete Chelatoren für die bestehende Belastung festgelegt und in bestimmten Abständen infundiert, bis die regelmäßig kontrollierten Laborwerte wieder in den Normalbereich zurückgegangen sind.

Je nach Alter, Belastungs- und Beschwerdebild werden 10 bis 20 Infusionen durchgeführt. Eine Infusion dauert ca. 1-3 Stunden und kann 1-2-mal pro Woche durchgeführt werden.

Während der Chelat-Therapie soll sich der Patient mit einer mineralstoffreichen Vollwerternährung ernähren, ggf. erfolg Substitution von Mineralien. Durch regelmäßige Blut- und Urinanalyse ist eine optimale Kontrolle gewährleistet.

Chelattherapie ist bei kunstgerechter Durchführung ein sicheres Verfahren zur Ausleitung und Entgiftung von Schwermetallen, gravierende Nebenwirkungen sind gegenwärtig nicht bekannt, soweit mit dieser Therapiemethode in ihrer Anwendung sorgfältig verfahren wird. Gelegentlich können während der Infusionen geringfügige Schmerzen, Ermüdung sowie eine Änderungen des Blutdrucks oder des Blutzuckerspiegels auftreten.

Chelattherapie ist mit vielen anderen Therapieformen gut kombinierbar und auch mit der Gabe von blutverdünnenden Medikamenten vereinbar.