Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz

Gesundheitsförderung

Vom Begriff der Primärprävention abzugrenzen ist der Begriff der Gesundheitsförderung, der jünger ist und in der Ottawa Charta der WHO, 1986 definiert wurde. Während es bei der Prävention allein um die Verringerung und Vermeidung von Risikofaktoren geht, will die Gesundheitsförderung vor allem die Schutzfaktoren erhöhen und die gesundheitlichen Lebensbedingungen stärken. Basis ist das salutogenetische Modell Es geht ja davon aus, dass es ein Kontinuum zwischen den Extrempolen Gesundheit und Krankheit gibt und man kann Prävention und Gesundheitsförderung dann etwa wie folgt definieren:

Prävention zielt darauf ab, dass sich die Position des Individuums auf dem Kontinuum nicht nach rechts in Richtung Krankheit verschiebt – pathogenetische Grundsatzfrage: Was macht krank ?

Gesundheitsförderung ist darauf ausgerichtet, die Position des Individuums nach links in Richtung Gesundheit zu verschieben salutogenetische Grundsatzfrage: Was hält gesund ?

Prävention und Gesundheitsförderung ergänzen sich und haben als gemeinsames Ziel, die Gesundheit zu verbessern und zu erhalten.


Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz lässt sich nicht in Frontalvorträgen vermitteln. Sie ist vielmehr Folge einer Verhaltensänderung, die jedoch nicht rein rational initiiert wird. Verhalten basiert vielmehr individuellen Affirmationen, Emotionen und Wahrnehmungen in unserem Inneren. Will ich mein Verhalten ändern, muss ich die Welt in mir ansprechen und verändern. Als stärkste Antriebskraft in uns dazu haben Neurowissenschaften nicht Liebe, Glück oder Lust, sondern den Schmerz identifiziert, der uns vor Schäden bewahrt – und unser Inneres möchte uns vor Schmerz bewahren. Leid und Leiden sind erlernter Schmerz und wenn wir leiden dann tut sich etwas in uns. Schmerz folgt den Gesetzen in unserm Gehirn:

Im Traum können wir ganze Welten und komplexe Situationen erleben, erfahren Gefühle, nehmen Geräusche wahr und sehen Bilder, reagieren somatisch mit Schwitzen, weinen, reden… Das alles findet in unserem Gehirn statt – in der Welt in uns. Zwar gehen wir davon aus, dass es auch eine reale Außenwelt gibt, die einzige Verbindung zu ihr sind aber unsere fünf Sinne – mit anderen Worten: Die Welt ist Wahrnehmung – und Wahrnehmung findet in uns statt, in unserem Gehirn. Verändern wir unsere Wahrnehmung, dann verändern wir auch unsere Welt. Und das gilt auch für Leid und Schmerz, für Veränderung und Heilung. Unsere Wahrnehmung, Erfahrungen, Erinnerungen formen innere Bilder dessen, was wir denken und fühlen, was uns quält, bremst, kränkt, um den Verstand bringt, formen unsere ganz persönliche Realität, das was Psychologen als unser Ego bezeichnen. Zusätzlich bilden sich in der frühen Kindheit durch Imitation von Vorbildern Filter aus, die darüber entscheiden, was wir erleben und was nicht: Glaubenssätze filtern unsere Wahrnehmung.

Was aber hat das mit Gesundheitskompetenz zu tun?

Wie sehen wir die Welt, wenn unser Filter, unsere Glaubenssätze auf Skepsis, auf materiellen Erfolg, Angst vor Krankheit oder Mangel, Streben nach …, permanente Furcht vor … eingestellt sind ? Das, was uns leiden lässt ist nicht das wahrgenommene Ereignis, sondern das, was wir bezüglich des wahrgenommenen Ereignisses empfinden. Wir leiden an einem Gefühl, nicht am wahrgenommenen Ereignis. Und: Es ist unsere Entscheidung, welche Gefühle wir in uns aufsteigen lassen.

Schmerzen, Antriebslosigkeit, Stress, Stoffwechselprobleme und andere Dinge unter denen wir leiden, können auch verstanden werden als Reaktionen auf diesen inneren Prozess, den wir selbst in Gang gesetzt haben und auch selbst lösen können.

Maßnahmen zur Gesundheitskompetenz müssen deshalb ansetzen an Wahrnehmungen, am Ego, an Glaubenssätzen. Nur daraus kann Mut zur Veränderung zur Veränderung des Lebensstiles zum Wohl der Gesundheit geschöpft werden. Es ist Ihre individuelle Kompetenz.