Japanische Medizin

Zur traditionellen japanischen Medizin gehört Kampo als japanische Arzneipflanzenlehre und die Meridiantherapie als japanische Akupunktur und Moxibution. Beide Verfahren wurden vor etwa 1500 Jahren aus China übernommen, haben sich in Japan dann aber aufgrund geographischer und politischer Einflüsse eigenständig entwickelt.

Im 19. Jahrhundert erfährt Japan darüber hinaus westliche Einflüsse durch Einführung des deutschen Medizinsystems. Aufgrund dieser Entwicklungen und Einflüsse ist es der japanischen Medizin gelungen, die traditionelle Medizin gut in die moderne Hochschulmedizin zu integrieren. Es gibt eine Fülle wissenschaftlicher Untersuchungen zu Wirksamkeit und Sicherheit der verwendeten Arzneipflanzen und es wurde ein moderner Qualitätsstandart für die Arzneien entwickelt. Verwendet werden heute vorwiegend moderne Extraktprodukte aus etwa 150 Rezepturen.

Wie in der chinesischen Arzneitherapie stehen in Japan komplexe Arzneirezepturen aus mehreren Einzelarzneien im Fokus. Das unterscheidet die östliche Arzneipflanzenlehre von der westlichen Phytotherapie, welche nach Grundsätzen naturwissenschaftlich begründeter Medizin den Blick auf den Wirkstoffgehalt einzelner Pflanzen als Vielstoffgemische richtet.