Lasertherapie

In der komplementärmedizinischen Lasertherapie nutzen wir nicht „harte“ Laserstrahlung, die eine direkte physikalische Wirkung durch Erhitzen hat, sondern sogenannte Low-Level-Laser. Ihre Wirkung ist sanft, zerstörungsfrei und führt zu reparativen Effekten durch Modulation von Regulationsmechanismen, die durch elektronische Anregung einzelner Molekülbestandteile in Zellstrukturen erklärt werden.

Dabei wird nur eine Wellenlänge, also eine Farbe des gesamten Lichtspektrums geradlinig gebündelt und alle Wellenschwingungen in kohärenter Phase appliziert, wobei die Wellenlänge die Eindringtiefe bestimmt.  Wirkungsbestimmend ist eine hohe Leistungsdichte des Laserstrahls, die durch einen Durchmesser von 0,4 mm erreicht wird. Mitbestimmend für die therapeutische Wirkung kann auch sein, ob das Laserlicht dauerhaft, oder in bestimmten Frequenzen moduliert und gepulst appliziert wird.

Das blaue Lichtspektrum hat antibakterielle und antientzündliche Wirkung, einen die kapillare Durchblutung steigernden Effekt (u.a. durch Stimulation der Freisetung von NO) und kann so die Ernährung der Gewebe verbessern.

Das grüne Lichtspektrum bindet Feuchtigkeit in der Haut und stimuliert die Kraftwerke der Zellen, die Mitochondrien. Durch Einflußnahme auf das Hämoglobinmolekül kann die Sauerstoffaufnahme um ca. 20% gesteigert werden und dosisabhängig die K-Na-ATPase an der Erythrozytenmembran stimuliert werden.Laserneedle

Rotes Laserlicht steigert die Zellaktivität und die Mikrozirkulation, wirkt gerinnungshemmend, hemmt die Thrombozytenaggregation und verbessert die Verformbarkeit der Erythrozyten. Es stimuliert das Immunsystem und aktiviert Makrophagen, während infrarotes Laserlicht die ATP-Produktion der Zellen steigert, also die biochemisch gebundene Zellenergie.

Das gelbe Lichtspektrum wirkt stark detoxifizierend (u.a. durch Induktion des Cytochrom-P). Darüberhinaus hat es (u.a. durch die Stimulation des Serotoninstoffwechsels) eine antidepressive, stark stimmungsaufhellende Wirkung und zeigt gute Ergebnisse bei Erschöpfungszuständen, Panikattacken und Angststörungen. Auch eine stimulierende Wirkung auf den Vitamin D Stoffwechsel ist nachgewiesen. Durch seine starke antibakterielle und antivirale Wirkung konnten gute Ergebnisse in der Behandlung chronischer Infektionen mit Herpes-, Varizella-Zoster- und Eppstein-Barr-Viren erzielt werden und auch bei fortgeschrittenen Stadien der Borreliose.

Auf molekularbiologischer Ebene ist eine Wirkung der Low-Level-Lasertherapie auf die mitochondriale Atmungskette gut untersucht. Dabei stimuliert rotes Laserlicht den Komplex IV (Cytochrom-C-Oxidase), grünes Laserlicht den Komplex III (oxidative Phosphorylierung) und steigert dadurch die ATP-Produktion um ca. 30%. Blaues Laserlicht stimuliert Komplex I (NADH-Dehydrogenase), der bei Mitochondriopathien am häufigsten in Mitleidenschaft gezogen ist, während das gelbe Lichtspektrum Komplex III (Cytochrome) der mitochondrialen Atmungskette zu stimulieren vermag.

Anwendungsbereiche sind:

• Schmerztherapie, chronische und therapieresistente Schmerzsyndrome
• Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit
• Beschleunigung der Wundheilung
• Abschwellung nach Traumata, Zerrungen, Prellungen und Frakturen
• antiinflammatorische Wirkung auf lokale Entzündungsgebiete, chronische Entzündungen
• Ekzeme, Allergien, Neurodermitis, Psoriasis, Akne, Herpes, Basaliome
• Zahnfleischentzündungen, Parodontitis, Zahnimplantatentzündung
• Apoplexnachbehandlung, M.Parkinson, Migräne, Schwindel, degenerative Hirnerkrankungen
• Makuladegeneration
• Verbesserung des Allgemeinzustandes und der Mobilität bei Multiper Sklerose
• Polyneuropathie
• Besserung des Schlafverhaltens und der Vigilanz
• positiver Effekt auf die Stimmungslage bei Depression
• Burn-Out-Syndrom, Chronisches Fatigue Syndrom
• Immunmodulation und -stimulation
• positive Beeinflussung des Tinnitus
• Stoffwechseloptimierung (diabetische Stoffwechsellage, Fettstoffwechselstörungen)
• chronische Leber- und Nierenfunktionsstörungen
• arterielle Hypertonie
• detoxifizierende, antiallergische, antientzündliche Effekte auf systemischer Ebene
• Fibromyalgie
• Autoimmunerkrankungen, rheumatischer Formkreis
• Tumorerkrankungen

interstitiellEndolaser
Mit Hilfe spezieller Kanülentechnik können die Laser auch in das Gewebe oder in eine Vene eingebracht werden, wodurch die therapeutischen Effekte innerhalb geschädigter Gewebestrukturen bzw. auf systemischer Wirkebene nochmals verbessert werden können. Schmerzlinderung setzt dadurch schneller ein, wird effektiver und vor allem nachhaltiger, Regenerationseffekte werden deutlich verbessert. Die Wirkung der Laserspektren wird damit unabhängig von Barriereeffekten durch dunkle Haut oder geringer Eindringtiefe bestimmter Wellenlängen. Die Kanüle kann gleichzeitig auch für die additive Therapie mit Infusionen, Injektionen, Infiltrationen, Sauerstoffinsufflationen o.a. genutzt werden, was Summationseffekte durch Einsatz verschiedener Therapieansätze ermöglicht.

Weitere Einsatzgebiete für medizinische Low-Level-Laser sind die Laserakupunktur und die Photodynamische Tumortherapie.