Praxisphilosophie

Die Entwicklung der westlichen Medizin in den letzten Jahrhunderten hat den Menschen durch ihre Orientierung an den Naturwissenschaften und damit durch Integration eines biomechanistischen und technikorientierten Erkenntnismodells zweifelsohne beträchtlichen Segen in Bezug auf Überlebensfähigkeit und Lebensqualität beschert. Nach aristotelischem Erkenntnisprinzip wird der Mensch hier auf eine Ansammlung anatomischer Strukturen reduziert, in welchem in Mikrokompartimenten biochemische Prozesse ablaufen, die nur lange genug beforscht werden müssen, um alle Abläufe dann auch technisch beherrschen zu können.

Dieses als Positivismus bezeichnete wissenschaftstheoretische Erkenntnismodell ist aber in den Naturwissenschaften längst überholt. Physik und Biologie als naturwissenschaftliche Leitwissenschaften haben längst eingesehen, daß Natur zu komplex ist, um vollständig verstanden zu werden.

Auch in der Medizin sollte doch langsam eingesehen werden, daß die in der Akutmedizin bewährten (und kostenintensiven) Methoden biomechanistischer Medizin bei den modernen Zivilisationskrankheiten mit chronischem Verlauf und multimorbider Erscheinung weitgehend versagen. Deshalb werden sie nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation in den nächsten Jahren auch weiterhin rasant ansteigen.

Es handelt sich hier um eine neue Kategorie von Erkrankungen, die auch ein neues Erkenntnismodell in der Medizin erforderlich machen, das über das biomechanistische der in Akutfällen bewährten Akutmedizin hinausgeht. Wissenschaftstheoretisch ist das Fundament seit Entdeckung der allgemeinen und speziellen Relativitätstheorie und der Quantentheorie längst gelegt: der kritische Rationalismus Carl Poppers.

Im Umgang mit chronischen Erkrankungen, Krebs und den sogenannten Zivilisationserkrankungen ist es also notwendig eine Neuorientierung der Medizin am heutigen Stand der Naturwissenschaften zu erarbeiten.

Praxis Tempel

Erkenntnisse unterschiedlichster wissenschaftlicher Strömungen wie etwa die Biokybernetik, Biosemionik, nicht-lineare Thermodynamik, Chaostheorie, Biophysik und viele mehr können uns dabei behilflich sein. Bei Stoffwechselerkrankungen, Stresserkrankungen, Schlafstörungen und Erkrankungen bedingt durch den „Lifestyle“ des modernen Menschen können uns die klassische westliche Naturheilkunde, bei funktionellen Störungen die funktionell orientierten ostasiatischen Medizinsysteme behilflich sein. Die Erkenntnis, dass Materie sich unter bestimmten Bedingungen selbst zu organisieren vermag und lebendige Systeme sich selbst regulieren sind hilfreiche Ansätze für die Regulationsmedizin. Die physikalische Kenntnis über Abstrahlung elektromagnetischer Wellen und Felder aus Materie und die Möglichkeiten deren Beeinflussung kann neben bildgebender Diagnostik in der Medizin auch therapeutisch genutzt werden.

Komplemetäre Therapieansätze etwa aus Homöopathie, Akupunktur, Neuraltherapie u.a. haben entgegen lobbyistisch begründeter Meinungsmache bei vielen Erkrankungen sehr wohl ihre therapeutische Wirksamkeit mit hohem Eividenzgrad belegt. Zweiflern sei das Studium reichlich publizierter Literatur in medizinischen Datenbanken angeraten.

Die evidenzbasierte Hochschulmedizin ist pathozentrisch angelegt. Therapiewirksamkeit in Bezug auf eine Krankheit muss sich mit Maßstäben der Wahrscheinlichkeitsrechnung als plausibel belegen lassen. Doch selbst Pharmazeuten witzeln schon darüber, dass die Medizin doppel – blind geworden sei. Sie entwickeln mit Hilfe molekularbiologischer Methoden vorrangig in der Onkologie die personalisierte Medikamentenindikation, bei der Patienten individuell von der Verabreichung eines Medikamentes profitieren und sogenannte Nonresponder, die z.B. nicht in eine aktive Form des Medikamentes verstoffwechseln können, dieses gar nicht erst einnehmen sollen, da nur die Nebenwirkungen überwiegen würden.

Der Schritt in Richtung einer patientenbezogenen, personalisierten, individuellen Therapie, weg von pathozentrisch orientierter Gleichmachermedizin und hin zu einer biologisch-systemisch orientierten Medizin ist der Schritt in die richtige Richtung in der Therapie chronischer Erkrankungen, Krebs und der Zivilisationserkrankungen. Das ist die volle Überzeugung, in der ich meine Praxis führe.

In jedem Falle sind die therapeutischen Methoden meiner Praxis integrativ, d.h. parallel zu hochschulmedizinischen Therapien durchführbar, wirken meist synergistisch, verbessern in vielen Fällen studienbasiert sogar die Wirksamkeit allopathischer Behandlungsansätze und wirken nur in einigen wenigen spezifizierten Fällen zu diesen antagonistisch, sodaß sie zeitgleich mit hochschulmedizinisch orientierten Therapieformen nicht angewendet werden sollen. Gleiches gilt auch in Fällen noch unbekannter Interaktionen verschiedener therapeutischer Interventionen.