Pregnenolon

Pregnenolon ist als Cholesterin-Stoffwechselprodukt ein äußerst vielseitiges Prohormon d.h. Vorläufersubstanz für zahlreiche Steroidhormone. Es ist die „Muttersubstanz“ der Sexualhormone Östrogen, Progesteron und Testosteron, der Stresshormone Kortison und Kortisol, des den Mineralhaushalt steuernden Aldosterons und von DHEA.

Der Pregnenolon – Stoffwechsel ist sehr komplex. Alle Substanzen dieser Hormongrundsubstanz haben ein gemeinsames Kennzeichen, die chemisch definierte Steroid-Struktur. Pregnenolon ist das erste Stoffwechselprodukt, das nach der Synthese von Cholesterin entsteht, und damit der wichtigste Baustein zur Produktion körpereigener Steroid-Hormone. Der Organismus produziert daraus immer die Menge an jeweiligen Steroid-Hormonen, die aktuell für bestimmte Funktionen benötigt werden.

Die im Körper zur Verfügung stehende Pregnenolon-Menge nimmt mit fortschreitendem Lebensalter ab, und damit auch die Menge der Steroidhormone und damit ihr im Alter zunehmend wichtigeres extragenitales Wirkungsspektrum v.a. im Bereich des Stoffwechsels. Pregnenolon kann unverändert im Körper vorliegen, oder es kann bei bedarf in DHEA oder in Progesteron umgewandelt werden. Die jeweilige Umwandlung in DHEA oder Progesteron geschieht bedarfsabhängig z.B. bei psychisch-körperlichen Belastungen, bei Erkrankungen oder während bestimmter Lebensphasen (z.B.Wechseljahre) in Stress- oder Sexualhormone.

Manche Wirkungen des Pregnenolons wie z.B. die Verbesserung der Gedächtnisleistung werden auf direkte Pregnenolon-Effekte zurückgeführt. Zahlreiche andere Wirkungen entstehen direkt oder indirekt durch Pregnenolon selbst oder daraus synthetisierten Hormonen:

entzündliche Gelenkerkrankungen / Arthritis:

Pregnenolon wird zur Behandlung rheumatischer Gelenkerkrankungen bereits seit den 40 er Jahren mit Erfolg eingesetzt. Es erwies sich teilweise als deutlich besser verträglich als Kortison, Salicylate, Gold und andere Antirheumatika.

chronische Müdigkeit, Stress und Erschöpfung:

In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass mit einer Tagesdosis von 50 mg Pregnenolon Ermüdung und Stress wirksam gebessert werden konnten. Niedrig dosierte regelmäßige Einnahme von Pregnenolon wirkt stressmindernd und leistungssteigernd. Hilfreich ist es außerdem bei Depressionen, Angstzuständen und Schlafstörungen.

Gedächtnis:

Zahlreiche Studien der vergangenen 30 Jahre konnten nachweisen, dass mit einer geringen Dosis die Gedächtnisleistung, insbesondere die des Langzeitgedächtnisses, verbessert werden kann. Wahrscheinlich schützt Pregnenolon auch vor altersbedingten Hirnfunktionsstörungen und Demenz-Erkrankungen sowie in Stresszuständen durch hirnleistungssteigernde Wirkungen von Pregnenolon.

gynäkologische Beschwerden:

Pregnenolon ist eine Vorläufersubstanz der weiblichen Sexualhormone Progesteron und Östrogen. Deshalb kann Pregnenolon stabilisierend auf die weibliche Sexualfunktion wirken, etwa bei Menstruationsstörungen oder Wechseljahresbeschwerden. Pregnenolon versorgt Frauen nach der Menopause sicherer und ohne die gefürchteten Östrogen-Nebenwirkungen mit hormonaler Grundsubstanz und sichert über Progesteron-Effekte die Gesundheit der weiblichen Sexualorgane. Vermännlichungseffekte durch eine Pregnenolon-Zufuhr sind äußerst unwahrscheinlich, da Pregnenolon innerhalb der weiblichen Steroid-Hormonsynthese in die jeweils benötigten Hormone umgewandelt wird.

Anti Aging:

Pregnenolon kann altersbedingte kognitive und körperliche Funktionsstörungen und Abbauprozesse günstig beeinflussen. Die Wirkungen entstehen wahrscheinlich indirekt durch die aus Pregnenolon je nach Bedarf synthetisierten Steroidhormone.

Stoffwechsel:

Pregnenolon kann bei Diabetikern über 40 Jahren hilfreich sein und ist manchmal auch für Patienten mit juvenilem Diabetes geeignet. In in-vitro-Versuchen konnte nachgewiesen werden, dass Pregnenolon die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse regeneriert.

Chronobiologie:

Pregnenolon kann mit oder ohne DHEA-Substitution auch in Verbindung mit Melatonin genutzt werden: Pregnenolon aktiviert dabei Energie und Leistungsfähigkeit tagsüber, während Melatonin die Energierückgewinnung während der nächtlichen Ruhephase gewährleistet. Beide Hormone sichern die Energiebalance, Stresskontrolle und Erholung und erhöhen die Widerstandskraft gegen Gesundheitsstörungen in allen Bereichen des biologischen Organismus.

Dosierung:

Die genaue Dosierung von Pregnenolon kann nur nach der Erstellung eines individuellen Hormonstatus erfolgen. Im Normalfall wird 1 Kapsel täglich vormittags vor dem Frühstück mit reichlich Flüssigkeit eingenommen. Bei Arthritis kann die Dosis bis auf 300 mg täglich erhöht werden. Durch die zeitverzögerte Freisetzung (time release) des Wirkstoffes ist Pregnenolon gleichmäßig über den Tag verteilt für den Körper verfügbar.

Die zusätzliche Einnahme von DHEA steigert die Wirkung beider Substanzen, da Pregnenolon ein direkter Vorläufer von DHEA ist. Prinzipiell soll die Einnahme von Hormonen ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen:

Bei empfohlener Dosierung sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Vorsicht ist bei Personen geboten, die an Epilepsie leiden, da Pregnenolon theoretisch Krampfanfälle auslösen kann. Schwangere oder stillende Mütter sowie Personen, die unter ständiger ärztlicher Betreuung stehen, sollen vor der Einnahme Ihren Arzt befragen.