PRP – Plateled Rich Plasma

PRP ist eine Therapiemethode zur Stärkung der Zellregeneration durch Aktivierung mit körpereigenen Wachstumsfaktoren und Zytokinen. Dabei wird dem Patienten Blut entnommen und sein Blut in mehreren Zentrifugationsschritten in die zellulären Bestandteile aufgetrennt, um die Blutplättchen (Thrombozyten) im Blut anzureichern und aus dem Blut zu separieren.

Diese enthalten in hohem Gehalt:

  • PGF, der die Einwanderung von Fibroblasten und Osteoklasten in geschädigtes Gewebe fördert, und so den Aufbau von Bindegewebe in Bändern, Sehnen und im Knochen sowie den Aufbau glatter Muskelzellen stimuliert
  • TGFß1 und TGFß2, die die Wundheilung fördern und Narbenbildung reduzieren
  • Fibroblast GF, der Kollagensynthese und Wundkontraktion stimuliert
  • Epidermal GF, der die Hautbildung anregt
  • Epithelial GF, der Reparaturmechanismen in Epithelzellen anregt
  • PDAF, der die Gefäßbildung stimuliert

Nach Injektion des mit Blutplättchen angereicherten Blutplasmas an die erkrankte Stelle werden die in den Thrombozyten in hoher Konzentration enthaltenen Faktoren freigesetzt und fördern lokal Heilung und Wachstum von Gewebe: Es kommt zu Zellreproduktion, Angiogenese, Bindegewebsneubildung und Anlockung von die Heilung fördernden Zellen des Immunsystems aus dem kapillären Blutkreislauf.

Wir wenden das Verfahren vor allem bei folgenden Erkrankungen an:

  • Wundheilungsstörungen
  • Frakturbehandlung und Knochenregenerationsstörungen
  • Sportverletzungen
  • Arthrose und Knorpelschutz
  • Entzündungshemmung
  • Tendinopathien
  • spinale Syndrome
  • Hautulzerationen
  • trophische Störungen der Hautanhangsgebilde

Das Therapieverfahren wird seit den 1990er Jahren angewendet und ist in der Sportmedizin, Traumatologie, Orthopädie, Dermatologie und Wundheilungsmedizin gut erprobt. Auch in Studien konnte die Wirksamkeit der Therapie bereits eindrucksvoll belegt werden: Level I Evidenz liegt bei Epicondilitis (Tennisellenbogen) und Achillessehnentendinopathie vor. Die Studien zeigten eine signifikante Überlegenheit von PRP gegenüber Steroid- und Analgetikainjektion mit rascherer Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit. Level II Evidenz ist für die Achillessehnenruptur, Knochenheilung (v.a. nach kieferchirugischen Eingriffen), Regeneration der vorderen Kreuzbandruptur sowie postoperative Blutstillung und Hämätomabräumung nach prothetischen Operationen belegt. Mit Level III ist die unterstützende Therapie bei verzögerter Wundheilung durch schnellere Bildung von Granulationsgewebe und Epithelialisierung belegt. In allen Studien konnte signifikant die Beeinflussung der Schmerzempfindung durch rasche Reduktion des VAS-Scores dokumentiert werden.

Durch die Verwendung von patienteneigenem Blut werden Nebenwirkungen minimiert und Arzneimitteltoxizitäten vermieden, da der natürliche Heilungsprozeß ausgenutzt und die körpereigenen Heilkräfte unterstützt werden. Dazu wird dem Patienten aus der Vene Blut entnommen und in unserem Labor unter sterilen Bedingungen zu PRP aufbereitet, das hernach an die betroffene Stelle injeziert wird.

Oft kombinieren wir diese Therapie mit Laserakupunktur oder lokal – interstitieller Lasertherapie und können so die Heileffekte der PRP noch verstärken. Geschädigte Zellen werden so energetisch aufgebaut, intakte Zellen erfahren jedoch keine Änderung.

In der Folge kommt es auf zellulärer Ebene an der Injektionsstelle zu:

  • Proliferation von Immunzellen zur effektiven Entzündungshemmung und beschleunigter Wundheilung durch Steigerung der Leukozytenphagozytose. Anstieg von T-Lymphozyten mit immunregulatorischer Aktivität
  • Ausschüttung von ß-Endorphin und erhöhtes Nervenzellpotential, Reduktion von Schmerzreizen
  • Steigerung der lokalen ATP-Produktion und Stimulation der Cytochrom-C-Oxidase somit Verbesserung der Zellatmung durch Verstärkung des Protonengefälles über der Mitochondrienmembran und einer Steigerung der Phosphorylierung von ADP zu ATP bis zu 150%
  • Induktion und Stärkung zellulärer Reparatur- und Reproduktionsmechanismen
  • Verminderung des Natrium- und Calciumeinstroms in geschädigte Zellen, dadurch Stabilisierung des Zellmembranpotentials mit Modulation der Erregungsweiterleitung und Reduktion von Schmerzreizen
  • Reduktion von reaktiven Sauerstoffradikalen bei gleichzeitiger Ausschüttung von NO und Serotonin, die für eine Verbesserung der Perfusion durch kapilläre Gefäßerweiterung und damit zu einem verbesserten Antransport von Nährstoffen und Sauerstoff zu den geschädigten Zellen führen
  • antientzündliche Wirkung durch Reduktion des proentzündlichen Interleukin 1 und Steigerung der Ausschüttung von Prostaglandin 2, das gleichzeitig lokal gefäßerweiternd wirkt
  • Anregung der Angiogenese mit Regeneration der Kapillaren, Neovaskulisierung, dadurch Verbesserung der Mikrozirkulation und Perfusion
  • Kollagenbildung und Proteinbiosynthese