Silent Inflammation

Als Silent Inflammation bezeichnet man chronische subklinische Entzündungsreaktionen. Subklinisch bedeutet, dass die Entzündung nicht mehr als gesunde Reaktion auf einen problematischen Auslöser im Sinne einer biologisch sinnvollen Abwehr wie z.B. bei einer akuten Entzündung oder einem grippalen Infekt zu verstehen ist, die auf Erhaltung der Integrität des Organismus angelegt ist. Vielmehr wird die Dauerentzündung selbst zur Ursache von Krankheitssymptomen.

Charakteristisch für subklinische Entzündungsreaktionen sind zwei Phänomene:

● gestörte Kompensationsfähigkeit

● reduzierte Immuntoleranz bis hin zum Verlust

Sie entstehen meist als Folge multipler Immunreaktionen auf an sich eigentlich nicht pathologische Reize und viele Stressoren. Sie beruhen auf immunologischen Überreaktionen auf z.B. Allergene, Autoantigene, Schadstoffe und Metalle oder sich festsetzende Krankheitserreger z.B. bei Parodontitis, Pilzerkrankungen, Epstein-Barr-Virusinfektionen, und viele andere Ursachen mehr.

Durch eine reduzierte Immuntoleranz entwickeln sich weitere neue Sensibilisierungen. So entsteht Circulus vitiosus. Im Kreislauf der Psycho-Neuro-Endokrino-Immunologie kommen zusätzlich auch psychischer Stress in Betracht. In Folge der immunologischen Überreaktionen entstehen dann auch erhöhter oxidativer und nitrosativer Stress, die ihrerseits zur Steigerung der Silent-Inflammation-Reaktion beitragen und zusätzlich eine Belastung für die Mitochondrien darstellen.

Chronisch-subklinische Entzündungen führen auch zu Fatigue-Symptomen und depressiver Stimmungslage und sind v.a. bei den zivilisatorischen Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. Insulinresistenz und Adipositas, Osteoporose, Arteriosklerose und sekundärer Mitochondriopathie anzutreffen.