Steroidhormone

Humanidentische Hormone können und sollen innerhalb der körpereigenen Steroidhormonsynthese auch in andere Hormone umgewandelt werden, da körpereigene Regelmechanismen den Bedarf an Steroidhormonen am besten erkennen und einstellen.

Bioidentische Hormontherapie berücksichtigt die gesamtkörperlichen Wirkungen von Hormonen, also nicht nur das genitale, sondern auch das extragenitale Wirkungsspektrum der Steroidhormone.

So hat z.B. Progesteron hat neben dem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut in der zweiten Zyklushälfte und auch Östrogen neben der Steuerung der Follikelreifung im Eierstock der Frau in der ersten Zyklushälfte sowohl bei Männern als auch bei Frauen zusätzlich noch extragenitale Wirkungen.

Im Laufe des Lebens nehmen Steroid-Hormonspiegel physiologischer Weise kontinuierlich ab. Andererseits hat sich die Lebenszeit der Menschen in den letzten hundert Jahren deutlich verlängert. Das kann dazu führen, dass die Hormonspiegel bei fortgeschrittenem Lebensalter nicht Schritt halten können, und es kann hormonspiegelabhängig zu v.a. folgenden genitalen und extragenitalen Symptomen kommen:

  • Schlafstörungen
  • Gedächtnisstörungen, Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit
  • Hitzewallungen, Ruhe- und Nachtschweisse, Herzpalpitationen
  • Verlust von Energie, Lebenskraft und Lebensfreude
  • Veränderungen des Körpergewichts und Stoffwechselverlangsamung
  • vorzeiges Altern, Faltenbildung der Haut, Haarausfall
  • Minderung des Feuchtegehaltes und andere Veränderungen an Haut und Schleimhäuten
  • Gelenkbeschwerden

Bei nachgewiesenem Absinken der Hormonspiegel unter die Normalbereichsgrenze kann es dann im Rahmen einer komplementärmedizinischen Therapie nützlich und sinnvoll sein, bei Auftreten der genannten Symptome humanidentische Hormone zu ergänzen (nicht: zu ersetzen,) um sie wieder auf physiologische Blutspiegel anzuheben.

Natürlich ist die vom Kieler Gynäkologen und Endokrinologen Dr. Volker Rimkus entwickelte und mit nun über 30 Jahren Therapieerfahrung erprobte und sichere Therapie mit natürlichen humanidentischen Hormonen vor allem indiziert bei Störungen des weiblichen Zyklus, also Störungen, die entweder in der jungen Erwachsenenphase der Frau mit einem gestörten Hormonhaushalt einhergehen oder in der zweiten Lebenshälfte unter Hormonmangelzuständen neu aufgetreten sind:

  • Amenorrhoe, Dysmenorrhoe, Hypermenorrhoe
  • Zyklusstörungen nach Einnahme synthetischer Kontrazeptiva (post-pill-Syndrom)
  • habitueller Abort, rezidivierende Fehlgeburten
  • Endometriose
  • PCO-Syndrom (zystische Degeneration der Ovarien)
  • unterstützend bei Kinderwunsch bei Frauen und Männern
  • Anorexia nervosa
  • unterstützend bei Myomtherapie
  • präklimakterisches Syndrom, Klimakterium, Postmenopause, Beschwerden im Senium

In diesen Fällen passen wir die Hormonsubstitution der Lebensphase der Frau an: In jungen Jahren lassen wir durch die Apotheke zwei verschiedene Hormonzusammensetzungen, eine für die Follikelreifephase und eine für die Aufbauphase der Gebärmutterschleimhaut in individueller Dosis entsprechend gemessener Hormonspiegel hergestellen und setzen die Einnahme während der Regelblutung aus, um die Hormonsubstitution optimal an die Physiologie des weiblichen Zyklus anzupassen. In der Übergangsphase zur Klimax arbeiten wir mit nur einer individuellen Hormon-zusammensetzung, pausieren aber noch für die Zeit der Regelblutung. In höherem Lebensalter soll der Übergang in Klimax und Postklimax dadurch erleichtert werden, dass eine individuell dosierte Hormonsubstitution zunehmend ohne Unterbrechung erfolgt.

Vor Durchführung der Therapie erfolgt eine ausführliche Anamnese mit Erfassung Ihrer Beschwerden und eine körperliche Untersuchung, die die Notwendigkeit einer Substitution bioidentischer Hormone evaluieren sollen. Bei konkretem Verdacht wird ein Blutabnahmetermin vereinbart, um die entsprechenden Hormonspiegel im Blut zu bestimmen, der zeitlich auf den Blutspiegelgehalt der Hormone abgestimmt wird. Die Hormonspiegelmessung in Speichelabstrichen ist für die Methode nicht ausreichend, da an Serumprotein gebundenes Hormon durch die Speichelprobe nicht erfasst wird. Nach Vorliegen der Laborergebnisse wird ein Besprechungstermin vereinbart, in welchem Ihnen der konkret infragekommende Therapiemodus (Dauereinnahme oder Intervall, individuelle Dosis und Mischungsverhältnis der Rezeptur) erläutert und ein entsprechendes individuelles Rezept zur Herstellung von Kapseln für die Apotheke übergeben wird. Dann erfolgt die tägliche Einnahme von zwei Kapseln über einen Zeitraum von 3 Monaten, danach wiederum eine Kontrolle der Blutspiegel und eine weitere Modifikation der Therapie.

Therapieziel ist – neben deutlicher Besserung der Eingangsbeschwerden – eine zweimalige Messung von Blutspiegeln innerhalb der Normbereichsgrenzen im Abstand von 3 Monaten. In jedem Falle ist demnach mit mindeststens einem Jahr Behandlungsdauer zu rechnen. Als mögliche Nebenwirkungen können während der Behandlung von Zyklus- oder klimakterischen Beschwerden gelegentlich Schmier- oder Zwischenblutungen auftreten. Bei jeder anderen Behandlungsindikation können desweiteren Spannungsgefühl bis Spannungsschmerzen im Brustbereich und eine progesteronbedingte Müdigkeit auftreten.

Den genannten Symptomen entsprechend und den extragenitalen Wirkungen natürlicher humanidentischer Hormone folgend, setzen wir die Therapie auch außerhalb rein gynäkologischer Indikationen sowohl bei Männern, als auch bei Frauen gleichermaßen ein als

  • präventivmedizinische Maßnahme im Sinne des „good agings“
  • palliativmedizinisch unterstützend bei Behandlung geriatrischer Krankheitsbilder
  • mögliche Begleittherapie bei folgenden Erkrankungen ein:
  • Stoffwechselstörungen, insbesondere
    Diabetes melitus, Fettstoffwechselstörungen, Adipositas, metabolisches Syndrom, Übergewicht, zelluläre Stoffwechselverlangsamung
  • Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, insbesondere
    koronare Herzkrankheit, nach Herzinfarkt, Arteriosklerose, verschiedene Venenleiden, sonstige Gefäßerkrankungen
  • Störungen des Knochen- und Bindegewebsaufbaus, Osteoporose
  • sexuelle Störungen beider Geschlechter, insbesondere
    Libidoverlust, Potenzschwierigkeiten, erektile Dysfunktion, Kinderwunsch
  • Störungen anderer hormoneller Regelkreise, insbesondere
    Schilddrüsenfunktionsstörungen, Nebennierenerkrankungen, „adrenal fatigue“, Störungen im Glucocorticoid- und Mineralcorticoid-System
  • Störungen des Zentralnervensystems, insbesondere
    M. Alzheimer und senile Demenz, Parkinsonsyndrom, Multiple Sklerose, verschiedene Arten der Polyneuropathie
  • chronische Schmerzen und Schmerzsyndrome, insbesondere
    Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgien, Fibromyalgiesyndrom, Entzündungsschmerz
  • diverse Formen der Schlafstörung
  • psychischen Störungen, insbesondere
    verschiedene Formen der Depression, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Chronisches Fatigue Syndom, ADHS, Stress-Syndrome
  • Erkrankungen des Immunsystems, insbesondere
    rheumatische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Sklerosen, Kollagenosen, systemische Entzündungsreaktion, freie Radikale